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Wenn Kunststoff “grün“ wird oder doch nicht?

Wenn Kunststoff “grün“ wird oder doch nicht?

 

Einen schönen Tag all den Blog Freunden da draußen!

Heute möchte ich euch zum Thema Nachhaltigkeit entführen. Während wir den Bereich in vielen Aspekten schon verinnerlicht haben ist der Kunststoff vieler Produkte noch immer ein Problem, dem wir nur schwer aus dem Weg gehen können, aber ist hier Bio die bessere Lösung?

 

Was Kunststoff anrichtet

Kunststoff ist praktisch, vielseitig und günstig und deswegen noch immer überall. Geht man in den Supermarkt, findet man Verpackungen und Gegenstände aus Plastik aller Art. Oft sehen wir die Problemkinder der Erde aber nicht nur dort, sondern auch zahlreich in unseren eigenen vier Wänden. Ob Küche, Bad oder Schlafzimmer, wo immer wir hinkommen, erwarten uns Kunststoffgehäuse, Plastikbecher, Schüsseln und so vieles mehr.

Der Großteil dieses Plastiks besteht aus Chemikalien, die aus Erdöl gewonnen werden. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt wie wertvoll heute noch das Öl ist und wie vergänglich seine Reserven. Dabei ist schon das schwarze Gold an sich ein Negativbeispiel des Umweltschutzes. Denken wir hier nur an dessen Förderung und Transport. Prominente Beispiele sind hier natürlich Unfälle, die vorrangig die Weltmeere bedrohen, in dem sich riesige Ölteppiche über das Wasser ziehen. Von all den menschlichen Tragödien gar nicht zu sprechen. Das Drama endet nicht einmal bei der Beseitigung, sondern fängt hier erst noch einmal richtig an. Neben illegaler Entsorgungen, die Pflanzen und Tiere bedrohen, schwimmen ganze Plastikteppiche auf den Meeren. Eine Tat, die nicht nur Mutter Natur zum Opfer fällt. Schließlich landet das daraus resultierende Mikroplastik, kleine Kunststoffpartikel, auch wieder durch die Nahrung und das Trinkwasser in unserem Körper. Darüber hinaus werden nur geringe Teile des Kunststoffes recycelt, das meiste landet auf Deponien oder wird thermisch verwendet, also verbrannt. Ein Vorgang, der zwar wieder Wärmeenergie zurückgibt, dafür aber Kohlenstoffdioxid erzeugt. Da knapp 10 % der Erdölförderung zu Kunststoff verarbeitet wird und entsprechend entsorgt werden muss, trägt das praktische Material nicht unerheblich zum Treibhauseffekt bei.

 

Kunstsoff ist nicht gleich Kunststoff

Reden wir über Kunststoffe unterteilen wir diesen, egal, wie er erzeugt wurde, in zwei Gruppen.

Das ist zum einen der Duroplastische Kunststoff. Seltsames Wort, jedoch nicht schwierig zu erkennen. Es ist damit ausgehärtetes und nicht mehr verformbares Plastik gemeint, auch nicht unter Wärmeinwirkung. Die Kettenmoleküle sind hier linear angeordnet und dreidimensional vernetzt, es entsteht also eine sehr stabile Struktur, die allerdings entsprechend ihre Beweglichkeit einbüßt. Bei Verbindungen mit Holz- und Naturfasern werden z. B. Polyurethane, Phenolformaldehydharze, und ungesättigte Polyesterharze verwendet.

 

Dem gegenüber stehen Thermoplastische Kunststoffe, auch wieder so ein ungemütliches Wort. ;-)

Hier handelt es sich um unter Wärme verformbares Plastik. Entsprechend sind die Kettenmoleküle linear oder weniger verzweigt, ihre Struktur ist also weniger starr. Dieser Kunststoff kann eingeschmolzen und neu geformt werden. Hier kommen in Verbindung mit Holz- und Naturfasern z. B. Polyethylen (PE), Polystyrol (PS) und das bekannte Polyvinylchlorid (PVC) zum Einsatz.

 

Wie viel Bio steckt in Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen?

Neben dem „normalen“ Kunststoff gibt es mittlerweile solchen aus nachwachsenden Rohstoffen, Biokunststoff. Dies sind Werkstoffe, die sich aktuell noch eher in Nischenanwendungen behaupten und deren Marktanteile wachsend sind.

Schaut man auf die Vorteile dieses Kunststoffes muss man anerkennen, dass es natürlich den Verbrauch der fossilen Ressourcen schont, auch mindert es die CO2 Emissionen, denn es setzt bei der thermischen Verwertung dieses nicht frei und selbst wenn man ihn nicht verbrennt, so ist er zumeist biologisch abbaubar.

Allerdings ist man bisher dem Nachweis schuldig geblieben, dass die entsprechenden Produkte eine mindestens gleichwertige Umweltverträglichkeit, wie Produkte aus traditionellem Plastik besitzen. Die Kriterien „Verwendung nachwachsender Rohstoffe“ und „bioabbaubar“ reichen nicht um von einer generellen Umweltüberlegenheit auszugehen.

Kompliziert wird es beim biologischen Gegenstück, vor allem bei der Trennung. Nachwachsende Rohstoffe erzeugen ausgehärtete und nicht mehr verformbares Plastik also sog. Duroplastische Kunststoffe. Somit ist meist nur eine Verbrennung sinnvoll, aber keine Wiederverwertung möglich. Dies schränkt den Vorteil des Biokunststoffes deutlich ein.

Fazit bleibt daher, dass in unserer heutigen Zeit der sparsame Umgang mit Plastik noch immer einer der vernünftigsten Wege ist, um sich einzubringen und den Schaden durch Kunststoffe zu reduzieren. Vor-, wie Nachteile lassen auch die Alternative nur einen Plan B mit einem großen „Aber“ sein, das am Ende seine Vorteile teilweise wieder einbüßt.

 

Umweltfreundlichkeit auf vielen Wegen

Andere Wege Ressourcen zu schonen oder der Umwelt etwas Gutes zu tun, gibt es einige und fangen klein an.

Wir können leider nichts ändern an unhandlichen (Plastik-)Produkten, außer auf ihren Kauf zu verzichten. Oft wird erst über eine Änderung des Produktes nachgedacht, wenn der Konsument nicht mehr bereit ist dafür Geld auszugeben. Es reicht dafür ein Blick in einschlägige Drogerien. Spraydosen, die sich nicht ganz entleeren lassen, Tuben, die einfach den Rest des Inhaltes nicht hergeben wollen oder auch andere Behälter z. B. von Shampoo, die am Ende noch einen guten Bodensatz aufweisen. Die Reste in diesen Artikeln schaden nicht nur der Umwelt, da umso schneller und umso mehr Müll produziert wird, sondern auch unserem Geldbeutel. Wenn drei Mal Haare waschen im Mülleimer statt auf dem Kopf landen, freut sich so manches Unternehmen, aber weder Konsument noch Umwelt. Es ist daher immer ratsam auf die Gestaltung der Verpackung zu achten und zu beobachten was am Ende nicht aus dem Behältnis heraus möchte. Neben cleveren Helfern z. B. für Tuben gibt es einige Wege die Reste nicht zu verschwenden, auch wenn sie etwas Aufwand bedürfen. So ist die aufgeschnittene Shampoo Flasche oder die leicht mit Wasser verdünnte Seife sicher kein edles Deko Stück im Bad, es gelingt uns aber an die Reste heranzukommen und diese zu nutzen. Rechnet man dies mit den Jahren hoch, spart man nicht nur eine ordentliche Summe, sondern verbraucht auch weniger Kunststoffe.

Ein weiterer Weg ist die Beachtung von Transportwegen. Obgleich es auch hier Innovationen gibt z. B. die Umstellung auf Erdgas, werden diese noch sehr zurückhaltend genutzt. Hier scheuen viele Speditionen teure Umrüstungen oder Neuanschaffungen, sodass noch immer die alten LKW auf den Straßen fahren, die sehr gierig an den Tankstellen ihre flüssige Kost einverleiben. Die Alternative wäre hier Transportwege zu verkürzen, was teilweise möglich wäre, teilweise jedoch auch am Verbraucherverhalten hängt. Natürlich kann man nicht den Herstellungsort jedes Taschentuches prüfen, aber es lohnt sich als Verbraucher auf Regionalität zu achten. Dass Südfrüchte nicht gerade im Wald wachsen und die ein oder andere exotische Kost nicht unbedingt um die Ecke hergestellt wird, sollte jedem klar sein. Es ist daher nicht falsch einmal den Wochenmarkt der regionalen Erzeuger zu besuchen, beim Fleisch zum örtlichen Metzger zu gehen, der weiß, wo dieses herkommt und vielleicht mal im Supermarkt die Ernteperioden zu nutzen, um hiesiges Obst und Gemüse zu kaufen. Dies verkürzt den Transportweg und schont ebenso die fossilen Brennstoffe.

Damit endet dieser Blogeintrag, aber nicht der Gedanke dahinter. Umweltschutz ist wichtig, doch leider kann man sich nicht immer auf das Wort Bio verlassen. Wenn ihr etwas für die Umwelt tun möchtet, prüft daher auch Produkte, die sich Bio schimpfen und hinterfragt Warengestaltungen und Herstellungen kritisch. So können auch kleine Dinge viel bewirken. ;-)

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